VORÜBERLEGUNGEN

DER BODEN

In Finnland und auch sonstwo ist ein Saunagang ohne anschließender Dusche oder Tauchgang im Fluss unvorstellbar – der Schweiss muss ab. In unserem Keller wäre der Einbau einer Dusche leider ein Großprojekt, für welches im Moment keine Zeit ist. Daher haben wir die gesamte Saunakabine so geplant, dass sie auf einem ca. 10cm hohen Sockel steht, unter dem ein Wasserabfluss Platz hat. Damit ist gewährleistet, dass man sich nach einem Saunagang zumindest mit einem Wasserschwall aus einer Schöpfkelle übergießen kann – so wird das auch gerne in Saunahäusern gemacht, welche zu den in Finnland so weit verbreiteten Sommerhäusern gehören (und oft kein fließendes Leitungswasser zur Verfügung haben). Auch ist durch einen Abfluss im Boden möglich, die Kammer gründlich nass zu waschen.
Wohin und wie wir das abgeleitete Wasser abtransportieren habe ich noch nicht entschieden – entweder lasse ich es in einen Kanister fließen oder ich pumpe es mit einer Hebepumpe weg.

DER GRUNDRISS

Aufgrund der Herkunft meiner Frau – sie kommt aus Finnland – haben wir schon einmal eine gute Startposition für den Bau einer eigenen Sauna gehabt, zumindest was einige Fragen zu Dimensionen, Belüftung, Ofen etc. betrifft.
Der wichtigste Tipp dabei kam von einer finnischen Verwandten, die uns riet:

„Man braucht als Familie keine riesige Sauna – Platz für zwei Personen ist wirklich genug“.

Diese Vorstellung einer Saunakabine spiegelt sich auch in sämtlichen Saunen wieder, die wir bisher in Finnland kennengelernt haben: sie sind klein. Ich dachte immer, dass dieser Umstand damit zu tun hätte, dass diese Saunen (in so gut wie 99% aller Wohnungen und Häuser) direkt ins Badezimmer eingebaut sind. Die dabei entstandene Kabine ist selten größer als 8 Kubikmeter – nur der Grundriss variiert von Rechteckig zu quadratisch.
Mittlerweile wissen wir die Vorteile einer nicht zu großen Saunakabine zu schätzen: es fühlt sich heimelig an, wenn der Raum nicht zu groß ist. Man verbraucht weniger Energie für das Aufheizen der Kabine. Und letztendlich ist der Verbrauch an Material geringer.

Da wir für unsere Sauna allerdings Platz für 3-4 Personen haben, und auch den Komfort des Liegens von 2 Personen auf Sitzbankhöhe integrieren wollten (was in Finnland übrigens nur selten praktiziert wird), haben wir uns für die für uns kleinste sinnvolle Grundrisslösung entschieden, einer Saunakammer mit den Innenmaßen 200cm x 180cm und 200cm Höhe.

Bei der Berechnung der Saunagröße sind wir von der im Saunabau empfohlenen Annahme ausgegangen, pro Person ca. 60cm an Sitzfläche einzuräumen. Das ist der Platz, den man als Erwachsener mindestens benötigt, um nicht eingeengt zu sitzen. Natürlich geht es zur Not immer auch enger – ich war zum Beispiel auch schon mit zwei weiteren (nicht allzu schlanken) Männern in einer Saunakabine, deren Bank 155cm lang war. Es war eng, aber wir hatten immer noch etwas Abstand zwischeneinander.

Zur rechteckigen Form sind wir gekommen, da wir im Kellerraum, in den die Sauna eingebaut werden sollte, auch noch Platz für einen kleinen Bereich mit Liegen oder einem Sofa zum Ausrasten zwischen den Saunagängen einplanen wollten. Die 20cm, welche wir dem quadratischen Grundriss von 200 x 200 Zentimetern abgezwackt haben, machen doch einen deutlichen Unterschied aus.

Wir spielten auch mit der Möglichkeit , die vordere Längswand der Sauna schräg zu stellen. Diese Lösung wäre vor allem dann sinnvoll gewesen, wenn wir zwei lange Saunabänke eingebaut hätten – an den beiden Bankwänden wäre genug Länge vorhanden gewesen und durch die Schräge würden die Gesamtdimensionen wiederum nicht zu groß sein.

Beim Bau einer Sauna kann man alleine durch die Positionierung der Bank bzw. der Bänke aus ein und dem selben Grundriss Unterschiedliches erreichen: plant man z.B. nur eine einzige lange Bank ein, erhält man eine relativ große Fläche auf Höhe der Fußbank. Das wäre ideal, wenn nicht jeder der Saunagänger die Hitze der obersten Bank verträgt und sich lieber auf der mittleren Ebene aufhält. Auch können auf so einer großen Mittelebene auch gut Kinder Platz finden, die ja auch oft der großen Hitze ausweichen wollen.
Mehr Sitzplatz auf der obersten Ebene erhält man jedoch mit einer L-Bank (wenn auch der Platz in der Ecke nur beschränkt als vollwertiger Sitzplatz gelten kann).

Bei einer L-Bank Lösung kommt je nach Länge der Längsseite der Sauna hinzu, dass die Fussbank auf der seichteren Seite der Sauna durch die Trittstufe bei der Tür weniger tief sein kann – also auch hier wieder ein Kompromiss zugunsten mehrerer Sitzplätze.

Die Variante von zwei Bänken, welche in der Saunakabine gegenüber liegen, hat uns sehr gefallen. Aktuell wird diese Innengestaltung in Finnland auch sehr häufig gewählt. Das hat einen bestimmten Grund: die dort ins Badezimmer eingebauten Kabinen sind meistens breit und gleichzeitig seicht. In einen langen, schmalen Rechteck-Grundriss eine Saunakabine mit nur einer Bank oder gar einer L-Bank einzubauen, würde zwar prinzipiell möglich sein, sinnvoller ist bei so einem länglichen Grundriss aber die Anbringung von zwei gegenüberliegenden Bänken. Der Saunaofen ragt dabei so gut wie immer direkt aus einer als Fläche angelegten Fussebene heraus.

Aufgrund der zu erwartenden Schwierigkeiten mit der Luftzirkulation (mehr dazu im Kapitel über die Be- und Entlüftung) sowie des zu geringen Sicherheitsabstandes zum Saunaofen bei den Sitzplätzen in Ofennähe sind wir von diesem Grundriss wieder abgekommen (für gegenüberliegende Saunabänke mit 55-60cm Breite sollte die Sauna mindestens 220 Zentimeter Innenmaß an der Längsseite haben – dann gibt es auch für die Ofennahen Plätze genügend Fußfreiheit.
Was uns an dieser Art der Innenraumaufteilung gefällt, ist die Kommunikations fördernde Anordnung der Saunabänke und das vergleichsweise große Raumgefühl, wenn man sich gegenüber sitzt. Manche empfinden diese frontal gegenüberliegende Sitzposition wiederum als unangenehm.

Der Vorteil der Gestaltung mit nur einer langen Bank wäre, daß es – je nach Breite der Sauna – Platz für bis zu 4 Personen in einer Reihe gäbe bzw. Platz für 2 liegende Personen, wenn eine davon auch (z.B. wegen der niedrigeren Temperaturen dort) auf der mittleren Ebene liegen würde.

Für alle Varianten gilt auch: je nach Positionierung und Breite der Tür lässt sich der Innenraum nochmals unterschiedlich arrangieren. Es zahlt sich also aus, auch eine alternative Platzierung des Saunaofens in betracht zu ziehen, oder auch die Wahl einer anderen Ofentype – z.B. einen Eckofen oder Wandofen. Diese Ofentypen sind immer dann ein guter Tipp, wenn es darum geht, Platz zu sparen oder mehr Sitzplatz zu gewinnen. Immer zu beachten ist jedoch, dass ein Sicherheitsabstand zum gewählten Saunaofen eingeplant werden muss (oder ein „Zaun“, welcher den Ofen umgibt). Diese Mindestabstände liegen als Information jedem Ofen bei und können für die meisten Modelle auch online heruntergeladen werden.

Wie man sieht, gibt es viele Möglichkeiten, eine Saunakammer zu gestalten und je nach Anordnung der Bänke und des Saunaofens unterschiedliche Look & Feel erreichen. Jetzt liegt es nur noch an einem selbst, herauszufinden welche Dimensionen man benötigt, wieviel Platz zur Verfügung steht und das mit seiner gewünschten Art der Sitz- und Liegeflächen in Einklang zu bringen.

Im nächsten Kapitel werden wir einige Gedanken zu einem der wichtigsten Themen beim Saunabau anschneiden: die Belüftung.