Ein Täschchen nähen

Ein Täschchen nähen
21.03.2010 MN

 

Die Tage sind düster, die Abende lang – und wir brauchen ein kleines Täschchen für Ersatzunterwäsche für unseren Nachwuchs.

Also nehme ich ersteinmal die Maße, die so ein Ersatzpaket in etwa hat – in der Höhe, Breite und Tiefe.

Die Deckelklappe ist so breit wie die Rückseite der Tasche und so hoch wie die halbe Rückseitenhöhe plus die Tiefe der Tasche  – je nachdem wie weit sie auf der Vorderseite hinunterlangen soll.

Für die Verschlußschlaufe misst man zuerst mit einer Schnur ab, wie groß die Schlaufe sein muss, damit der verwendete Knopf hindurchpasst. Dazu kommen noch 2cm Nahtzgabe und die Breite ist ca. 0,75cm (genäht und gewendet bleibt ein Streifen von 0,75cm Breite über).

Mit diesen Maßen zeichne ich die Schnittteile auf Papier:

  • Ein großes Rechteck in den Maßen [2 x Breite + 2 x Tiefe + 2cm Nahtzugabe] x [Höhe + 1/2 Tiefe]
  • Ein kleines Rechteck mit zwei abgerundeten Ecken in den Maßen [Breite der Rückseite] x [Tiefe + 1/2 Höhe Rückseite]
  • Ein weiteres kleines Rechteck für die Schlaufe:  l[Gemessene Länge] x b[1,5cm]

 

ZUSCHNITT:

  • Oberstoff: das große Rechteck und der Deckelschnittteil werden zusammen auf den Stoff gelegt (auf die linke Seite, Mitte Deckel genau auf Mitte Rechteck, Kante an Kante), da der Deckel beim Oberstoff aus dem gleichen Material ist wie der untere Teil. Den Schnitt mit Schneiderkreide auf den Stoff übertragen und mit 1 cm Nahtzugabe rundherum zuschneiden.
  • Futter: da beim Futter der Deckelstoff ein anderer ist als der Stoff des unteren Teils, wird der Schnitt des großen Rechtecks und der Schnitt des Deckels auf den jeweiligen Stoff übertragen und ebenfalls mit 1 cm Nahtzugabe rundherum zugeschnitten.
  • Schlaufe für den Verschluß: den Schnitt auf den Schlaufenstoff zeichnen (Nahtzugaben haben wir hier bereits in den Schnitt miteinberechnet!) und an der Markierung ausschneiden.

Hier alle zugeschnittenen Teile:

Und jetzt wird genäht:

Zuerst müssen wir die beiden Futterstoffteile miteinander verbinden. Dazu legen wir die vertikale Mitte des Deckelteils auf die vertikale Mitte des großen Teils kantenbündig an (rechte Seite auf rechte Seite) und steppen beide Teile mit 1cm Nahtzugabe zusammen.

Dann fertigen wir die Schlaufe an. Dazu legen wir den Stoff der Länge nach zusammen (Kante auf Kante, rechte Seite innen) und steppen mit 1cm Nahtzugabe ab. Mit einem doppelten Faden und einer Sticknadel ziehen wir  ein Ende des Streifens durch den Schlauch und stülpen den Streifen so um (ist ein bißchen fitzelig).

Jetzt schließen wir bei Oberstoff und Futter die vertikale Naht. Das gibt zwei geschlossene Teile mit jeweils einem abstehenden Deckel.

Diese beiden Teile stecken wir nun kantenbündig ineinander (rechte Seite auf rechte Seite) und steppen auf der markierten Linie am Oberstoff die obere Kante der Teile rundherum zusammen. Dabei wird die Schlaufe gleich mitgenäht (zwischen Ober- und Futterstoff, Schlaufe zeigt nach innen).

Damit nach dem Umstülpen keine Falten geworfen werden müssen folgende Einschnitte gemacht werden: an den beiden Ecken zwischen Oberkante und Deckel ein Schnitt bis knapp vor die Naht.  Und an den Rundungen werden kleine Dreiecke herausgeschnitten.

Jetzt bügeln wir die Naht auseinander und ziehen Oberteil und Futterteil voneinander weg sodaß sie glatt daliegen.

Die Bodennaht des Futterteils kann danach geschlossen werden – ca. 10cm im Mittelteil der Naht werden jedoch mit der größten Stichlänge gesteppt (beim Stichlängenwechsel jeweils vernähen). Danach streifen oder bügeln wir die Naht auseinander und trennen die Naht in der Mitte wieder auf (dieses Loch benötige ich später, um den Oberstoff hindurchzuziehen).

Da das Täschchen unten Ecken haben soll müssen die Ecken jeweils abgesteppt werden. Dazu lege ich den Stoff in den Ecken jeweils so, daß die Seitennaht (oder der Seitenbug, wenn keine Naht an der Seite liegt) genau auf der unteren Bodennaht (Bodenmitte) liegt. Die Naht, mit der die Ecke nun abgenäht wird, soll genauso lang sein, wie die Tiefe des Täschchens. Diese zeichnen wir uns an bevor wir sie absteppen und den Stoff bis auf 1cm zurückschneiden.

Selbiges machen wir bei den zwei Ecken des Oberstoffes.

Jetzt kann der Oberstoff durch das Loch im Futter nach außen gestülpt werden.

Danach schließen wir das Loch per Hand (wenn die Tasche beidseitig verwendet werden soll) oder mit der Nähmaschine. Damit die Kanten gut aussehen werden diese noch in Form gebügelt – in diesem Fall so, daß der Futterstoff als Kontrastkante etwas hervorblitzt.

Zuletzt wird noch der Knopf angenäht und fertig ist das gute Stück!

 
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