6. Taschen, Türlleisten und Messertasche

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DIE TÜRLLEISTEN

Nachdem alle Hosenteile eingefüttert sind, kann mit der Näharbeit begonnen werden. Als erstes werden die Türlleisten auf die Vorderhosenteile gesteppt.

Die Leisten werden mit Futterleder verstürzt und entlang der Steppkanten mit Futterleder aufgedoppelt, was auf der fertigen Hose die breiten weißen Ränder ergibt. Die Türlleiste wird mit ca. 1,5cm Zugabe gefertigt, welche erst ganz zum Schluss entsprechend zurückgeschnitten wird (bei den abgebildeten Leisten habe ich mehr Zugabe verwendet). Die äußere verstürzte Kante habe ich zusätzlich mit einem aufgeklebten Baumwollstreifen verstärkt, um ein zu starkes späteres Ausdehnen des Leders zu vermeiden. Nachdem die Leisten fertig verklebt sind werden sie über Nacht gepresst. Anschliessend werden sie entsprechend der Markierungen des Schnittes mit Roggenpapp auf die Hosenteile geklebt und schließlich doppelt entlang der markierten Nahtlinie aufgesteppt.

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Jetzt kann auch der Latz eingeschnitten und die Seitennähte geschlossen werden (auf der rechten Seite die Naht für den Messereingriff unterbrechen und sichern).

DIE TASCHEN

Für die Fertigung der Taschen wird zuerst der Taschenbeutel hergestellt. Die Taschenbeutel werden aus Ziegen- oder Rehleder gefertigt und der hintere Taschenbeutelteil wird im Bereich des Tascheneingriffs mit Oberleder besetzt (aufgeklebt und gesteppt). Die beiden Beutelteile werden vorerst nur an der Innenkante zusammengesteppt, sodaß man sie aufklappen kann. Anschließend wird der vordere Beutel bis ca 4-5cm. unterhalb der Tascheneingrifflinie mit Roggenpapp angeklebt. Sobald der Kleber getrocknet ist, wird die Tascheneingrifflinie herausgeschnitten.

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ie Tascheneingriffe werden passepoiliert gefertigt, wofür man einen Lederstreifen entlang der mit einem Schrägband fixierten Einschnittkante ansteppt, nach innen umschlägt und absteppt.

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Dabei kommt wieder das Klopfen und Kleben mit Roggenpapp zum Einsatz – die Kante soll nicht wulstig, sondern flach und glatt sein. Zusätzlich zur Steppnaht entlang des Tascheneingriffs wird der äußere Taschenbeutel auch noch mittels einer Ziersteppnaht mit dem Oberleder verbunden, wie man das am Titelbild sehen kann. Danach wird der restliche Taschenbeutel und die Seitennaht oberhalb des Tascheneingriffs geschlossen.

DIE MESSERTASCHE

Die Messertasche wird gefertigt, solange die Hose noch flach und offen aufgelegt werden kann – bei geschlossenen Hosenbeinen wäre die Fertigung ungleich komplizierter. Die Tasche besteht aus dem Messerbeutel (zwei identische Beutelteile aus Futterleder) und dem Besatz.

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ür den Messerbeutel wird zunächst ein Beutelteil rund um den Messereingriff doppelt angesteppt. Anschliessend wird der zweite Beutelteil ebenfalls doppelt an den ersten gesteppt, wobei es die Arbeit erleichtert, wenn man die Ränder vorher zusammenklebt.

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er Besatz wird wie die Türlleisten mit Futterleder verstürzt und an den Kanten aufgedoppelt, zusätzlich kann auch die obere Kante mit Kantenband und der Besatz mit einer Baumwolleinlage verstärkt werden. An der Oberseite des Besatzes wird die Stepplinie mit Kreide angezeichnet, auf der Rückseite wird genau auf der Stepplinie dicker Roggenpapp aufgetragen und schließlich der Besatz auf die Hose geklebt und gepresst (die außenliegenden Zugaben der Seitennaht müssen in dem Bereich, wo der Besatz aufgeklebt wird, bereits zurückgeschnitten werden). Sobald der Kleber trocken ist wird der Besatz doppelt angesteppt, wobei darauf geachtet werden muss, daß der Taschenbeutel nicht mitgenäht wird.

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So sehen die Teile fertig gearbeitet aus (die Zugaben der Türlleiste sind schon grob beschnitten):

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Der nächste Arbeitsschritt ist die Fertigung des Bundes – mehr dazu im folgenden Kapitel.

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